Mittwoch, 22. April 2009

Einige Tage in Oaxaca

Da in der Karwoche fast alle Mexikaner Landflucht begehen und sich an den Stränden aufhalten, bieten sich für uns Städtereisen an. Letztes Jahr war es Mexico City und dieses Mal hatten wir uns Oaxaca ausgesucht. Reserviert hatte ich in einem netten kleinen Hotel nur zwei Blocks vom Zócalo entfernt. Dort kamen wir Sonntag ziemlich spät an, weil wir erst abends in Monterrey abgeflogen sind. Daher begann unser Besichtigungsprogramm erst am Montagmorgen nach dem Frühstück. Der erste Weg führte zum Zócalo und dabei haben wir auch gleich eine Reiseagentur entdeckt, bei der wir die Touren nach Monte Albán und Mitla für die nächsten beiden Tage gebucht haben.




Platz vor der Kirche Santo Domingo








Danach sind wir noch kreuz und quer durch die Innenstadt, haben die zum Teil mit viel Gold verzierten Kirchen und die hübschen bunten Häuser bewundert. Natürlich konnten wir auch nicht an den tollen Läden mit typischem Kunsthandwerk aus der Gegend vorbei gehen, ohne das eine oder andere Stück zu kaufen. Wenn man dann Hunger hat, sucht man sich ein nettes Restaurant. Die gibt es reichlich und teilweise ganz schön ausgefallener Speisekarte, aber sehr gut. Viele sind auch in wunderschön dekorierten Innenhöfen mit ausfahrbarem Sonnen- bzw. Regenschutz darüber.
Am Dienstag sind wir nach Monte Albán gefahren. Das ist eine sehr schön gelegene und auch eine der wichtigsten Tempelanlage auf einem Hügel nur ein paar Kilometer von Oaxaca entfernt. Dieses Mal hatten wir auch ein Riesenglück mit dem Fremdenführer, der ein ausgesprochen klares Spanisch gesprochen hat und auch sehr viel über die historische Stätte erzählen konnte. Dadurch konnten wir wirklich jedes Wort verstehen. Einige Brocken Deutsch konnte er auch, die allerdings stark schweizerisch eingefärbt waren. Wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß mit unserer Unterhaltung in mehreren Sprachen.










Monte Albán



Nachmittags waren wir im Kulturmuseum von Oaxaca, das sich in dem sehr weitläufigen Klostergebäude neben der Kirche Santo Domingo befindet. Dort kann man auch den Goldschatz aus einem Grab in Monte Albán bewundern.
Am nächsten Tag stand dann Mitla auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin haben wir zuerst noch in Tule angehalten, wo man einen ca. 2000 Jahre alten Baum (eine Zypressenart) zu sehen bekommt. Der ist definitv beeindruckend mit seiner Höhe von 42 m und einem Umfang von 58 m.





Der alte Baum von Tule













Dann sind wir weiter nach Teotitlán, einem kleinen Ort, in dem sich sehr viele Webereien befinden. Dort habe ich endlich den kleinen Teppich gefunden, den ich schon länger suche. Zum guten Schluss sind dann auch noch in Mitla (früher ein religiöses Zentrum der Zapoteken) angekommen. Das ist zwar nicht ganz so toll wie Monte Albán, aber immer noch sehr interessant zum Anschauen. Abends waren wir im Casa de Cantera und haben uns eine Guelaguetza-Show angeschaut. Dabei werden Tänze und Trachten aus den sieben verschiedenen Regionen des Staates Oaxaca gezeigt.







Wandverzierungen in Mitla



Nachdem sich am Gründonnerstag Oaxaca immer mehr mit Menschen füllte, hatten wir keine rechte Lust, den Tag in der Stadt zu verbringen - zumal wir das Wichtigste schon gesehen hatten. Also haben wir uns gegen Mittag ein Taxi gemietet (kostet 120 Pesos/knapp 7 Euro die Stunde) und sind zuerst zu einer weniger bekannten, aber doch sehr sehenswerten archäologischen Stätte gefahren. Die Ruinen heißen Yagul und liegen ein paar Kilometer vor Mitla auf einem Hügel. Vor allem von dem oberen Bereich, auf dem einmal ein Fort stand, hat man einen sehr guten Überblick über die Gegend. Der Taxifahrer hat vor dem Eingang auf uns gewartet und dann haben wir uns von ihm nach San Bartolo Coyotepec fahren lassen, wo es überwiegend die für Oaxaca typischen schwarzen Töpferwaren (Barro Negro) zu kaufen gibt. Nachdem wir noch einige Mitbringsel erstanden hatten, sind wir wieder zurück nach Oaxaca gefahren. Abends haben wir unsere Reise nach Oaxaca in einem netten kleinen Restaurant ausklingen lassen und sind am Freitagmorgen zurück nach Monterrey geflogen.









Die Ruinen von Yagul

Freitag, 3. April 2009

Einige Neuigkeiten

In letzter Zeit war ich ziemlich nachlässig mit unserem Tagebuch und deshalb muss ich jetzt doch mal einiges nachtragen.
Ende Februar hatten wir ja für zwei Wochen Besuch von Sebastian und Tanja und damit vor allem Sebastian noch ein bisschen mehr von Mexico sieht als nur Monterrey, waren wir sechs Tage mit dem Auto unterwegs.
Zuerst gings nach Real de Catorce. Diesmal haben wir uns für eine Tour mit dem Jeep entschieden, denn stundenlang auf diesen unbequemen Westernsätteln auf dem Pferd wollten wir uns nicht noch mal antun. Allerdings wurde man auch dabei ganz schön durchgerüttelt. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis und unser Guia wusste jede Menge über die verschiedenen Pflanzen in der Wüste bei der Estacion Catorce zu berichten. Sebastian und Tanja haben die Rückfahrt dann oben auf dem Dach des Wagens verbracht. Übernachtet haben wir in der wunderschön renovierten Meson de la Abundancia.





Der Ausblick ist auf jeden Fall gut.










Am nächsten Tag sind wir weitergefahren Richtung Ciudad Valles und Huasteca Potosina. Wir haben auf dem Weg dorthin halt gemacht bei dem sehr schönen Naturbad "Tamasopo" mit Wasserfällen und haben es sehr bedauert, dort nicht mehr Zeit verbringen zu können. Überhaupt braucht man für herrliche Gegend definitv mehr als zwei Tage. So konnten wir "nur" den verrückten Garten in Xilitla und die zwei Zonas Arqueologicas "Tamtoc" und "El Cons
uelo" anschauen. Auf der Fahr nach Xilitla hat uns auch die Landschaft total fasziniert, denn dort ist alles grün und eher ein Dschungel - ganz anders als hier oben im Norden. Außerdem war die Zuckerrohr- und Orangenernte in vollem Gange.
Der Garten von Edward James in Xilitla















Tamtoc














Nach zwei Tagen sind wir dann noch nach Tampico gefahren an den Golf von Mexico. Sebastian und Tanja haben die drei Tage nur am Strand und am Pool verbracht. Peter und ich sind aber an einem Tag noch den relativ weiten Weg nach "El Tajin" gefahren, um auch diese alten Tempelanlagen noch zu besichtigen. Tajin ist wirklich sehr sehenswert. Leider hatten wir nicht soviel Zeit, da die Hin- und Rückfahrt doch sehr lange gedauert hat. Das gefährlichste an diesem Land ist absolut der Zustand mancher Straßen. Da jammern sie in Deutschland schon bei einem! Schlagloch auf der Autobahn - hier muss man teilweise die Straße zwischen den Schlaglöchern suchen! Den zweit
en Steinschlag in die Frontscheibe haben wir dabei auch abbekommen und nun rentiert es sich, sie auszutauschen.
Sebastian und Tanja hat unsere kurze Reise sehr gut gefallen und die restlichen Tage haben wir dann mit Shoppen und Besichtigungen hier in der Stadt verbracht.










El Tajin






























Letzte Woche waren Peter und ich mit noch ein paar anderen in der Arena Monterrey auf einem Konzert von Santana. Das war auch eine tolle Sache und dementsprechend war auch die Halle total ausverkauft. Die Karten waren jeden Peso wert und wir waren alle sehr begeistert.


Ach ja, beim Bowlen waren wir in der Zwischenzeit auch mal. Peter und ich sind zwar nicht wirklich gut, trotzdem hatten wir alle eine Menge Spaß dabei. Am besten aber war Miriam! Die war an dem Abend gar nicht zu bremsen und hatte zum Schluss dann über 200 Punkte.

Jetzt ist erst mal Schluss, aber nächste Woche sind wir ein paar Tage in Oaxaca und dann gibt es wieder etwas Neues zu erzählen.

Dienstag, 3. Februar 2009

Kurzreise nach Corpus Christi


Kaum bin ich aus Deutschland zurück, sind wir auch schon wieder auf Achse. Diesmal nutzten wir das vergangene lange Wochenende, um mit Alfred und Christiane in die USA nach Corpus Christi zu fahren.




Aquarium mit Harbour-Bridge
Samstag in aller Frühe ging es los und wir mussten zum Glück auch nicht so lange an der Grenze warten. Natürlich war ein Zwischenstopp in McAllen zum Shoppen obligatorisch. Best Buy, Eisenbahn- und Outdoorladen standen auf der Liste. Nach einer kleinen Stärkung ging es erst noch Richtung Palo Alto. Peter und Alfred wollten sich unbedingt noch das Schlachtfeld dort anschauen. Allerdings waren wir schon viel zu spät dran und der freundliche junge Mann im Museum meinte, um das Schlachtfeld noch zu sehen, sollten wir mit dem Auto bis zum dortigen Parkplatz fahren. Kein Problem, dachten wir uns und fuhren los. Pech nur, das die Zufahrt durch eine Schranke verschlossen war. Was macht nun Peter? Er steigt aus und öffnet die Schranke - der Mensch am Empfang hätte es ja erlaubt! Wir parkten das Auto und gingen den Rest zu Fuß weiter. Sehr weit kamen wir allerdings nicht, da kurze Zeit später ein ziemlich erboster Wärter und wieder zurück scheuchte. Natürlich hätten wir die Schranke nicht öffnen dürfen. So haben wir uns wieder getrollt und sind weiter Richtung Corpus Christi gefahren.
Nachdem wir dort am Abend angekommen waren und im Hotel eingecheckt hatten, haben wir einen Bummel an der Strandpromenade entlang gemacht, um uns nach der langen Fahrt die Beine zu vertreten und dann auch noch einen Happen zu essen. Danach wollte jeder nur noch schlafen.


Die Lexington
Am nächsten Tag standen der Flugzeugträger "Lexington" und das Aquarium auf dem Programm. Beides war nur ein paar Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt und so haben wir uns erstmal das Schiff angeschaut. Da ist man auch ein paar Stunden damit beschäftigt, denn so ein Flugzeugträger ist doch ganz schön groß. Aber ich beneide die Seeleute auf so einem Schiff nicht, denn es geht grade auf den Auf- und Abgängen zu den einzelnen Decks recht beengt zu. Da gab es sicherlich die eine oder andere Beule bei Übungen oder Alarm.
Nachmittags gingen wir ein paar Meter weiter zum Aquarium, das auch ganz nett gemacht ist. Auch wenn es nicht so riesig ist, haben sie dort eine ganze Menge verschiedene Meerestiere.
Danach sind wir rüber nach Padre Island und haben einen Abstecher zum Strand gemacht. Der Sand ist dort wunderbar fein und im Sommer ist es bestimmt ganz toll. Jetzt ist es aber noch zu kalt zum Baden.


Mit Abendessen und anschließend noch einem letzten Schluck im Zimmer von Alfred und Christiane endete dieser Tag.
Am Montag nach dem Frühstück haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht und - wie könnte es anders sein - nochmals in McAllen angehalten. Danach hatten wir glücklicherweise an der Grenze eine grüne Ampel und konnten zügig zurück nach Monterrey fahren.
Hier kann man gut Fisch essen

Montag, 10. November 2008

Halloween bei Miriam und Andre

Seit einigen Jahren schon sind wir eigentlich ausgesprochene Faschingsmuffel und haben mit Verkleiden nichts am Hut. Aber schon letztes Jahr gab es eine Halloweenfeier, die von einigen von Peters Kollegen veranstaltet wurde, die dann auch sehr lustig war. Dieses Jahr hatten Miriam und Andre eine Party in ihrem Haus geplant. Peter und ich waren diesmal besser ausgerüstet, da wir ein paar Wochen zuvor eine Einkaufstour nach McAllen unternommen hatten und dort in Party City schöne Kostüme gefunden haben.
Am Nachmittag des 31. Oktober haben Christiane und ich beim Dekorieren der Wohnung geholfen und schon mal die Getränke kaltgestellt.














Von Al Capone bis zum Vampir, von Medusa bis Teufelchen war alles vertreten.
Ab 20.00 Uhr ging die Fete los und tatsächlich waren auch alle Gäste kostümiert. Zu Essen gab es reichlich, denn Miriam hatte am Tag vorher riesige Portionen Chilli vorgekocht und jeder hat dann auch noch eine Kleinigkeit mitgebracht. Es war also wie immer viel zu viel und wir hätten sicherlich noch mal soviele Leute vorsorgen können. Aber es war alles super lecker und besser zuviel als zu wenig. Nur die Süßigkeiten für die Kinder auf der Straße waren nach kurzer Zeit schon weg, da jede Menge Eltern mit Kindern in diesem Viertel unterwegs waren.















beim Essen bildete sich eine Herren- und eine Damenrunde

Peter und ich hatten für diesen Abend beschlossen, das Auto dort stehen zu lassen und mit dem Taxi nach Hause zu fahren. Das haben wir dann auch gemacht. Allerdings wussten wir nicht, dass man in dieser Straße nur vor dem jeweiligen Haus, in dem man zu Besuch ist, parken darf -zumindest längere Zeit. Und wir hatten gegenüber geparkt. Ein dementsprechendes Hinweisschild existiert natürlich nicht.
Zum Glück waren wir am nächsten Morgen schon relativ früh auf, als der Anruf von Miriam kam, dass wir sofort kommen müssten und unser Auto abholen, sonst würden wir abgeschleppt. Also haben wir uns so schnell es ging angezogen und sind unseren Berg hinuntergebraust. Als wir ankamen, war schon ein großer Auflauf da: zwei Motorradpolizisten, der Nachbar, Andre mit der kleinen Caroline und natürlich auch schon der Abschleppwagen. Zum Glück hatte Andre alles ein bisschen verzögern können, sodass wir zwar nicht abgeschleppt wurden, aber doch 200 Pesos für die Anfahrt des Wagens zahlen mussten. Außerdem bekamen wir noch die Multa (Strafzettel) aufgedrückt. Die machte dann auch nochmal knapp 400 Pesos. Wenn das Auto abgeschleppt worden wäre, wäre es aber wesentlich teuerer geworden. So endete diese Halloween-Party mit großer Aufregung am Morgen.

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Urlaub in Puerto Vallarta

Endlich Urlaub! Letzte Woche verbrachten wir acht Tage in Puerto Vallarta an der Pazifikküste bei schwül-heißen 35 Grad jeden Tag. Nur für Peter war das ein kleines bisschen zu heiß, aber am Meer oder am Pool lässt es sich schon ertragen. Natürlich haben wir die Zeit nicht nur am Pool oder Strand verbracht, sondern auch einige Ausflüge unternommen. Da unser Hotel in der Marina von Puerto Vallarta gelegen war, konnten wir auch relativ leicht mit dem Bus ins Zentrum fahren und dort durch die Geschäfte und am Malecon entlang bummeln.






Der Malecon von Puerto Vallarta
Am Mittwoch haben wir eine Bootstour zu den vorgelagerten Inseln "Las Marietas" unternommen. Auf der Hinfahrt hatten wir dann auch das Glück, die ersten Wale zu sehen, die zum Überwintern in die Region kommen. Vor den Inseln haben wir dann geankert und man konnte zum Schnorcheln raus, mit dem Kajak fahren oder sich einfach an den Strand legen. Nach drei Stunden Aktivitäten und Lunch ging es dann mit flotter Musik und Party-Stimmung zurück zum Hafen.







Bei der Tequila-Probe






Zwei Tage später haben wir uns einen Leihwagen genommen und sind die Küste runtergefahren fast bis Barra Navidad, ein kleiner Ort an der Grenze zu Colima. Dort sind wir zuerst an der Playa Tecuan gelandet, ein einsamer Strand bei einer verlassenen Feriensiedlung, und danach weiter gefahren zur Playa Tenacatita. Das ist ein sehr schöner Strand mit ganz klarem Wasser und urigen, typisch mexikanischen Strandlokalen. Am späten Nachmittag haben wir uns dann nach einem guten Essen wieder auf den Rückweg gemacht.





Fast jeden Tag lag mindestens ein Kreuzfahrtschiff im Hafen - an diesem Tag sogar drei.







Den Abschluss unseres Urlaubs bildete dann ein Ausflug mit dem Katamaran zum versteckten Strand "Las Caletas", der nur vom Meer aus zu erreichen ist. Zuerst konnte man sich eine "prehispanische" Show ansehen und danach gab es ein romantisches Dinner bei Kerzenschein am Strand. Das Essen war wirklich hervorragend und der klare Sternenhimmel gab dem ganzen erst noch den letzten Schliff. Das war der wunderschöne Abschluss unseres Urlaubs.





Auf der abendlichen Schifffahrt hatten wir einen schönen Blick auf Puerto Vallarta.














Montag, 22. September 2008

Ein Wochenende in Puebla

Das vorletzte Wochenende war durch den Unabhängigkeitstag etwas länger und hat sich deshalb für einen Besuch in Puebla angeboten. Da Puebla ca. 1200 km von Monterrey entfernt ist, sind wir am Freitagabend dorthin geflogen. Ich hatte ein Hotel im Zentrum gebucht, das sich in einem ehemaligen Kloster befindet. Wir sind erst spät im Hotel angekommen und haben dann nur noch bei einem kurzen Besuch in der Hotelbar den nächsten Tag geplant.
So sind wir am nächsten Vormittag nach dem Frühstück sofort losgezogen zur Tourist-Information, um uns einen Stadtplan zu besorgen und nach der nächsten Agencia zu fragen, die Touren nach Cholula anbietet. Das ist eine Stadt gleich neben Puebla, in der sich eine archäologische Stätte mit Pyramide befindet. Außerdem gibt es noch jede Menge Kirchen wie übrigens auch in Puebla. Allein in Cholula stehen schon 39. Viele davon sehr schön verkleidet mit Talavera-Kacheln, die so typisch für Puebla sind.



Früh am Vormittag ist am Zócalo noch nicht viel los.

Nachdem wir also eine Fahrt nach Cholula gebucht und bis zum Nachmittag noch Zeit hatten, haben wir den Zócalo (Hauptplatz) und Umgebung in Puebla erkundet. Es war auch schon alles dekoriert für die große Fiesta zum Unabhängigkeitstag und jede Menge Menschen unterwegs. Schnell sind wir auch in dem Viertel mit den Kunsthandwerk-Geschäften gelandet. Dort findet man hauptsächlich Talavera, also jeglich Art von Keramik, aber auch Kleidung und viele andere Souvenirs. Die Keramik-Geschirre fanden wir so wunderschön, das wir nicht widerstehen konnten und eines gekauft haben.
Nachdem wir so ziemlich alle Läden abgegrast hatten, wurde es langsam Zeit zurück zu gehen, denn die Fahrt nach Cholula stand ja noch auf dem Programm. Aber Zeit ist in Mexiko relativ und so mussten wir noch eine Weile warten. Peter und ich standen also etwas unschlüssig vor der Reiseagentur, als eine Gruppe junger Leute auf uns zugestürmt kam und uns mit Fragen auf Englisch bombardierte. Ich habe zuerst gar nichts verstanden (die Aussprache ließ ziemlich zu wünschen übrig) und deshalb erst mal auf Spanisch klar gestellt das wir keine Amerikaner sind. Es stellte sich dann heraus, dass sie als Aufgabe für die Schule Interviews auf Englisch mit Ausländern machen sollten. Peter und ich haben mitgespielt, allerdings mussten wir zum Teil die Fragen von ihrem Block ablesen, denn bei der Aussprache haben wir oft nicht verstanden, wie die Fragen lauteten. Außerdem waren die Mädchen und der Junge auch noch recht nervös.
Nach diesem sehr lustigen Intermezzo ging es endlich los nach Cholula. Die Pyramide ist total zugewachsen und sieht eigentlich aus wie ein Hügel mit einer Kirche obendrauf. Unten drunter sind Tunnel gegraben, in denen man durch die Pyramide durchgeht und dabei die einzelnen Schichten sehen kann, denn sie wurde mehrere Male überbaut. Danach kommt man auf einem Rundweg zu den außen liegenden Teilen der alten Tempelanlage und kann dann noch über viele Stufen hinauf zu Kirche gehen. Von dort oben hätte man auch einen tollen Blick auf den Vulkan Popocatépetl, aber leider war es an diesem Tag sehr wolkig und der Vulkan total verhüllt.


Pyramidenhügel mit Kirche und Außenanlagen.



Nach dem Besuch der Tempelanlage sind wir noch zu der Kirche von Tonantzintla und zu der wunderbar dekorierten Kirche San Francisco Acatepec.











Die Kirche San Francisco Acatepec









Nach der Rückkehr und einer kleinen Pause haben wir den Tag bei einem sehr guten Abendessen in einem netten Restaurant ausklingen lassen.


Der Popocatépetl hat sich am Ende doch blicken lassen.





Am Sonntagvormittag sind wir zum Eisenbahnmuseum von Puebla spaziert. Nebenbei haben wir auch wieder die vielen tollen Häuserfassaden bewundert. In dem Eisenbahnmuseum haben Peter und ich natürlich einige Zeit verbracht, denn das ist doch Peters allergrößtes Hobby. Jetzt haben wir damit auch das vierte und letzte Museum dieser Art besichtigt, das es in Mexiko gibt.
Nach einer Kaffeepause haben wir nachmittags noch einige Kirchen angeschaut, sind über den Flohmarkt geschlendert und haben das sehr interessante Museum Amparo besucht. Es befindet sich in einem sehr schön restaurierten Kolonialbau und zeigt einmal alte Arbeitstechniken und Gegenstände aus prähispanischer Zeit und im zweiten Teil kann man Zimmer im alten Kolonialstil besichtigen.




Mit dem Turibus durch das historische Zentrum.
Nach dem Abendessen in einem urigen Restaurant haben wir die Lichtshow an der Kathedrale angeschaut und nochmal die lebhafte Stimmung Pueblas auf uns wirken lassen.
Am Montagvormittag stand noch das Barrio de Artistas (Künstlerviertel) auf dem Programm und am Nachmittag sind wir dann zurück nach Monterrey geflogen.
Uns hat Puebla sehr gut gefallen und wir bedauern es beide, dass wir nicht dort wohnen. Man hätte viel mehr Möglichkeiten Ausflüge mit dem Auto zu machen. Monterrey ist zwar angenehm zum Wohnen, aber es ist im Vergleich zu Puebla überhaupt nicht mexikanisch.

Mittwoch, 10. September 2008

Wochenendtrip nach Real de Catorce

Nachdem wir schon von so vielen Leuten gehört hatten, dass wir unbedingt mal Real de Catorce besuchen sollten, hatten wir für letztes Wochenende ein Zimmer im Hotel Ruinas del Real reserviert. Christiane und Alfred wollten auch mitkommen und so haben wir uns letzten Samstag morgens auf den Weg gemacht. Der Ort liegt ca. 400 km nordwestlich von Monterrey auf gut 2700 m Höhe. Wir kamen gut voran und waren schon nach etwa drei Stunden an der Auffahrt nach Real de Catorce angekommen. Ab da geht es eine ziemlich lange kopfsteingeplasterte Straße bergauf.








Willkommen in Real de Catorce





Sie ist aber sehr gut befahrbar und erst im letzten Stück gibt es ein paar Serpentinen. Für Peter als geübten Fahrer auf den vielen Alpenpässen, die wir schon befahren haben, kein Problem. Am Ende landet man dann vor dem Tunnel Ogarrio, der immer nur in einer Richtung befahren werden kann. Wir hatten aber Glück und konnten gleich durchfahren. Schwierig wurde es erst im Ort selbst wegen der vielen Menschen, die unterwegs in den sehr engen und teilweise steilen Gassen waren. Allerdings ist Real so klein, dass wir das Hotel gleich gefunden haben.
Zum Glück machte es seinem Namen keine Ehre und stellte sich als solide gebaut und gut ausgestattet heraus. Eigentlich sollten wir zwei etwas von einander entfernt liegende Zimmer haben, aber nachdem wir dem Portier gesagt hatten, dass wir doch gerne zusammen wären, bekamen wir auch noch die Hackman-Suite. In diesem Hotel hat nämlich während der Dreharbeiten zu dem Film "The Mexican" u.a. Julia Roberts gewohnt.




Steile Gassen








Wir waren kaum ausgestiegen, da wurden wir auch schon gefragt, ob wir eine Tour zu Pferde machen wollten. Das hatten wir sowieso geplant und deshalb machte Alfred gleich alles klar und buchte einen Fünf-Stunden-Trip rund um Real de Catorce. Ich dachte mir zwar, dass das ein wenig lange wäre, aber da wir nur ein Wochenende hatten und das Wetter auch sehr schön war, was soll´s - dann eben alles auf einmal.
So blieb uns grade mal Zeit, unsere Sachen auf die Zimmer zu bringen, unsere Stiefel anzuziehen und den Rucksack zu packen, dann ging es auch schon los. Zuerst raus aus dem Dorf und dann weiter hinauf in die Berge nach El Quemado, dem heiligen Berg der Huichol-Indianer. Von dort hat man einen herrlichen Blick über das Hochplateau und auch hinunter nach Real. Es gibt auch eine Opferhöhle der Huicholes, in die unsere Männer natürlich sofort hinunterstiegen. Christiane und ich haben es vorgezogen, oben zu bleiben und die Ruhe dieser einsamen Gegend zu genießen.







"Die gloreichen Vier"


















Blick auf Real de Catorce




Danach ritten wir über zum Teil sehr steile Pfade hinunter zum Pueblo Fantasma, einer heute verlassenen Minensiedlung. Es ist schon erstaunlich, wie schnell scheinbar festgemauerte Gebäude wieder verfallen. Die Männer waren wieder nicht zu bremsen und sind auch in die Mine gegangen. Christiane und ich haben uns lieber ausgeruht, da das Reiten so langsam Schmerzen in den Beinen und am Hinterteil verursachte. Außerdem muss man ja nicht in jedes finstere Loch klettern.


Ankunft in Pueblo Fantasma




Nach dieser Pause lag das letzte Stück des Weges vor uns, allerdings auch sehr steil und schwierig, da der Weg gepflastert war. So waren wir froh, als wir nach 4 1/2 Stunden wieder beim Hotel ankamen. Trotz aller Schmerzen waren wir begeistert von dieser Tour mit den Pferden und haben viele schöne Fotos davon.
Jetzt hatten wir richtig Hunger und nachdem wir uns umgezogen hatten, waren wir in einem netten kleinen Lokal essen. Gestärkt und wieder etwas erholt machten wir uns auf, das Dorf zu erkunden. Es gibt jede Menge Läden mit Kunsthandwerk der Huicholes, wobei die Preise dem Tourismus angepasst sind. Ich habe manches schon günstiger hier in Monterrey bekommen.
Nachdem wir einige der Läden durchstöbert und Real besichtigt hatten, das wirklich einen sehr morbiden Charme hat, war wieder eine Pause nötig. Alfred war dann auch so erschlagen, dass er nicht mal mehr mit zum Abendessen gegangen ist. Der Tag war für uns danach aber auch zu Ende und wir fielen todmüde in unsere Betten.
Am nächsten Tag haben wir nach dem Frühstück unsere Sachen im Auto verstaut und sind dann los, um den Rest von Real de Catorce anzuschauen. Unter anderem den Friedhof und die Casa de la Moneda (die alte Münzanstalt). Auch die Läden und die Verkaufsstände vor dem Tunneleingang haben wir noch einmal abgeklappert. Vor unserer Abreise haben wir uns noch mit Kaffee und Kuchen gestärkt und sind am frühen Nachmittag losgefahren. Dieses Mal mussten wir etwas warten, bis wir den Tunnel passieren konnten. Auf dem Rückweg sind wir dann Richtung Linares abgebogen, weil diese Strecke schöner und abwechslungsreicher ist.
Am frühen Abend waren wir wieder zurück in Monterrey nach einem abenteuerlichen, schönen und interessanten Wochenende.